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Bisher werden weit weniger Lebens- und Rentenversicherungen nach dem Policenmodell widerrufen, als es vielen Kundinnen und Kunden möglich wäre.

Trotz der richtungsweisenden Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) und Bundesgerichtshofes (BGH) seit 2013 zum Rücktritt, Widerruf bzw. Widerspruch von Lebens- und Rentenversicherungen, kommt es bisher nicht zu einer ähnlich rasanten Entwicklung wie beim Darlehenswiderruf. Obwohl Versicherungsverträge umfasst sind, die schon vor vielen Jahren abgeschlossen wurden, und dies sogar dann, wenn sie zwischenzeitlich endeten, handelt es sich bislang um kein Massenthema.

Dies erstaunt vor dem Hintergrund der enttäuschenden Entwicklung vieler Lebens- und Rentenversicherungen, die durchschnittlich eine Verzinsung von -0,1 % erzielen.

Prozent per annum der eingezahlten Beiträge aus. Der Rückkaufwert entspricht im Durchschnitt dieser Verträge also noch nicht einmal den eingezahlten Beiträgen, trotz teilweise langjähriger Vertragslaufzeiten. Die Kostenquote belief sich dabei auf durchschnittlich (Median) 22 Prozent der eingezahlten Beiträge und stellt einen der Hauptgründe dieser negativen Entwicklung dar. Aus juristischer Sicht bestehen häufig Probleme angeblicher oder tatsächlicher Verwirkung des Widerspruchsrechts, insbesondere durch Abtretungen des Versicherungsvertrags.

In den rechtlichen Auseinandersetzungen werden aber auch eine Vielzahl sonstiger Handlungen der Versicherungsnehmer, wie erfolgte Fondswechsel oder Aussetzungen der Beitragsdynamisierung, als Verwirkungsgründe durch die Versicherungsunternehmen vorgebracht. Die Rechtsprechung hierzu ist instanzgerichtlich leider sehr uneinheitlich.

Erschwerend kommt dazu, dass viele Urteile nicht veröffentlicht werden.

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